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Gemeinde Schöfflisdorf

Messolonghi


Die Stadt Messolonghi und Schöfflisdorf sind seit 1991 Partnerstädte. Als Zeichen weisen an den Dorfeingängen von Schöfflisdorf zwei Tafeln (bei den Ortseingangstafeln) darauf hin.

Wie ist diese Partnerschaft entstanden, wie wird sie gepflegt und gelebt?
  • Im Hinblick auf das Jubiläum 700 Jahre Eidgenossenschaft wurden die Botschaften im Ausland aufgefordert, mögliche Partnerschaften zwischen dem Ausland und der Schweiz zu prüfen und vorzuschlagen. Der Bund hatte Unterstützung versprochen.
  • 1990 wurde die Gemeinde Schöfflisdorf von Herrn Imhof, dem damaligen Schweizer Botschafter in Griechenland, angefragt, ob sie eine Partnerschaft mit der griechischen Stadt Messolonghi eingehen würde.
  • 1991 reiste eine Delegation des Gemeinderates nach Messolonghi, begründete die Partnerschaft und unterzeichnete das Partnerschaftsprotokoll.
  • Im Jahr darauf erhielt Schöfflisdorf Gegenbesuch und die Partnerschaft wurde auch in Schöfflisdorf formell unterzeichnet, eine Bronzebüste enthüllt und vor dem Gemeindehaus 2 Bäume gepflanzt.
  • In den Folgejahren nahmen Vertreter des Gemeinderates gelegentlich an den Exodusfeierlichkeiten in Messolonghi teil und erhielten auch Besuch von Delegationen der Stadtregierung von Messolonghi.
  • Im August 2000 verbrachte eine Gruppe von 12 Jugendlichen einige Ferientage in Schöfflisdorf und ein Jahr später reisten 10 junge Schöfflisdorfer nach Messolonghi.
  • Anlässlich der zehnjährigen Partnerschaft nahm der Musikverein Schöfflisdorf-Oberweningen an den Exodusfeierlichkeiten teil und der Trompeterin Helen Christener fiel die Ehre zu, als Gemeinderätin die Kranzniederlegung im Namen der Schweiz und Schöfflisdorf vorzunehmen.
  • Im August 2004 erhielt Schöfflisdorf Besuch der Stadtmusik Messolonghi. Den Jugendlichen ist dieser Besuch und unsere 1. August-Feier in bester Erinnerung.
  • Im April 2005 und 2006 nahm jeweils eine Delegation des Gemeinderates an den Exodus-Feierlichkeiten teil.
  • Im Partnerschaftsprotokoll ist festgehalten, was die Partnerschaft ermöglichen und fördern soll. Neben der Pflege von Freundschaft soll unter anderem auch ein Austausch betreffend Kultur, Sport, Wirtschaft, Soziales und Umweltschutz angestrebt werden.
  • Weiter soll der Austausch von Jugendgruppen während Ferien ermöglicht werden. Der Gemeinderat von Schöfflisdorf beabsichtigt, nach Möglichkeit, an den Exodus-Feierlichkeiten teilzunehmen und den Austausch von Jugendgruppen zu fördern und zu ermöglichen. Er begrüsst den Kontakt zwischen den Jugendlichen und betrachtet den kulturellen Austausch als sinnvoll und wertvoll. Es besteht die Absicht, einer Gruppe junger Griechen den Besuch in Schöfflisdorf und jungen Schöfflisdorfern einen Aufenthalt in Messolonghi zu ermöglichen. Wenn es soweit ist, werden einerseits Familien gesucht, die bereit sind, Jugendliche bei sich für einige Tage zu beherbergen. Andererseits werden Jugendliche gesucht, die Lust haben, die Partnerstadt Messolonghi kennenzulernen.
  • Im Jahre 2011 resp. 2012 jährte sich die Städtepartnerschaft zum 20igsten Mal. Im Zuge dieses Jubiläums besuchten sich die beiden Städtepartner gegenseitig.

 

Johann Jakob Meyer aus Schöfflisdorf



Als berühmtester Schöfflisdorfer gilt der Griechenfreund Johann Jakob Meyer. Er wurde am 30. Dezember 1798 in Zürich geboren, wo der zur Linie der „Sennen“ gehörende Vater, Dr. Johannes Meyer, den Beruf eines Arztes ausübte. Sein Sohn bildete sich zum Apotheker aus, führte dann aber eine Zeitlang ein recht unstetes Leben. Er weilte in Paris und Frauenfeld und studierte zu Freiburg im Breisgau während eines halben Jahres Medizin, wobei er mehr Schulden als Fortschritte machte. In Elgg erwarb er bei seinem dorthin gezogenen Vater noch etliche Grundbegriffe der Heilkunst und wurde fortan Doktor genannt. Im Frühling 1821 brach dann in Griechenland ein gegen die türkische Gewaltherrschaft geführter Freiheitskampf aus, und es entsprach der Abenteuerlust Meyers, dass er sich sofort den vielen Griechenfreunden aus halb Europa anschloss und nach dem Kriegsschauplatz reiste. Sein Standort war die etwa 10 000 Einwohner zählende Hafenstadt Missolonghi. Dort raffte er sich mitten im grössten Elend zu einer ernsthafteren Lebensführung auf und fand endlich eine ihm zusagende Arbeit. Zuerst liess er mit Hilfe der Behörden das Spital erweitern und besser einrichten. Dann wirkte er massgebend dabei mit, dass überall Geld zur Unterstützung der Griechen gesammelt wurde. Ihren Widerstandswillen steigerte Meyer als freiheitsliebender Schweizer auch durch die Presse, womit er das dortige Zeitungswesen begründete. Um die Stadt herum erstellte man starke Festungswerke; eines davon erhielt den Namen „Wilhelm Tell“. Dann kamen aber die mohammedanischen Ägypter ihren türkischen Glaubensgenossen zu Hilfe, so dass die Lage der eingekreisten Griechen immer misslicher wurde. Am 23. April 1826 entschlossen sie sich zu einem Ausfall, um die Linien der Gegner zu durchbrechen und die hungernde Zivilbevölkerung in Sicherheit zu bringen. In diesem Verzweiflungskampf stand dann Meyer als Offizier an der Spitze einer Truppe und fiel mit ihr als ein Held. Dann drangen die Feinde in die Stadt ein und wüteten unter den christlichen Bewohnern in grauenhafter Weise. Auch wenn dieser Aufstand missglückt war, galt er doch als erste einer Reihe weiterer Massnahmen, die Griechenland anno 1830 von der türkischen Herrschaft befreiten und dass dabei ein „Elvetos“ mitgewirkt hatte, vergassen die Bürger von Messolonghi nie. Als sie 100 Jahre später das Jubiläum jenes Kampfes begingen, gaben sie über diesen Schöfflisdorfer eine Volksschrift heraus, benannten eine Strasse nach seinem Namen und erstellten in ihrer Begeisterung zwei Denkmäler. Das eine, das für alle Gefallenen gilt, befindet sich im „Park der Helden“, das andere für Meyer allein in der Nähe des Hafens. Es wurde im Herbst 1960 erneuert, woran die Schweizer Eidgenossenschaft Fr. 500.- beisteuerte. Gleich viel spendete der hiesige Gemeinderat zur nachträglichen Würdigung eines früher in weiten Kreisen angesehenen Schöfflisdorfers.

Exodusfeier
Jeweils anfangs April finden jedes Jahr während etwa 2 Wochen die Exodusfeierlichkeiten statt. Den Höhepunkt bilden die Prozessionen am Wochenende vor den griechisch-orthodoxen Ostern.
An diesen Feierlichkeiten nehmen höchste Würdenträger aus der Kirche sowie die höchsten Offiziere der Land-, See- und Luftarmeen teil. Hohe Politiker, Minister und sogar der griechische Staatspräsident reisen für diesen Anlass nach Messolonghi.
Am Samstagmorgen ist Empfang beim Bürgermeister. Neben den Botschaftern, zum Beispiel aus Australien, Finnland, Italien und der Schweiz, wird auch der „Bürgermeister“ (bei uns der Gemeindepräsident) aus Schöfflisdorf offiziell empfangen.
Anschliessend legen diese Gäste sowie Vertreter des Militärs beim Philhellenendenkmal im Heldenpark ihre Kränze nieder. Dies geschieht im Zeichen der Ehrerbietung an die gefallenen Helden. Dieselbe Zeremonie findet anschliessend am Denkmal von Johann Jakob Meyer statt. Das Ertönen der Schweizer Landeshymne bildet den Abschluss.
Der Abend beginnt mit dem Gottesdienst in der Kathedrale der Stadt. Anschliessend zieht die Prozession durch die Stadt. An diesem Zug nehmen traditionell gekleidete Gruppen und Musikvereine aus ganz Griechenland teil. Der Zug dauert etwa 2 Stunden und endet im Heldenpark beim Heldengrab, wo wiederum offiziell die Kränze niedergelegt werden.
Der Sonntag beginnt mit der Begrüssung des griechischen Staatspräsidenten und den üblichen Ansprachen und Reden. Nach dem Gottesdienst findet der Festzug in ähnlicher Form wie am Samstag statt. Diesmal legt der Staatspräsident einen Kranz am Heldengrab nieder.
Diese Feierlichkeiten sind als Exodus bekannt und finden in ganz Griechenland grosse Beachtung. Der Exodus in Messolonghi ist einer der wichtigsten Anlässe in Griechenland. Damit gedenkt man der Belagerung durch die Türken vor fast 200 Jahren und der Freiheitskämpfe sowie der Toten und Helden dieser Kämpfe.
Weil Johann Jakob Meyer aus Schöfflisdorf als Offizier im Jahr 1826 den Heldentod starb, nimmt Schöfflisdorf eine wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten ein.

Sie möchten mehr über Messolonghi und Johann Jakob Meyer erfahren? Die nachstehenden Links beinhalten weitere Angaben:
Wikipediaeintrag über Messolonghi
Wikipediaeintrag über Johann Jakob Meyer